Makrowanderung Auf dem Brink und zum Lanstroper See

 

Sonne, ausnahmsweise mal NICHT schwül, ein schöner Wolkenhimmel, der, so hoffte ich, einen fotogenen Sonnenuntergang versprach - nichts wie den Rucksack gepackt und raus an die frische Luft!

 

Schon lange wollte ich mir das Naturschutzgebiet "Auf dem Brink" im Dortmunder Norden einmal anschauen. Also auf zur U-Bahn-Station Waldesruh. Von dort durch das NSG Süggel, vorbei an einer schönen Makrowiese mit Insektenhotel.

 

Auf dem Weg gleich nach der Station ein erstes Highlight! Vor mir flattert ein kleiner Distelfalter! Ich war schon traurig, in diesem Jahr so extrem wenig Schmetterlinge zu sehen! Ein, zwei Tagpfauenaugen, Weißlinge, einen Zitronenfalter. Mager... Und nun das kleine hübsche Kerlchen! Er spielt ein wenig Katz und Maus mit mir - komme ich zu nahe, fliegt er auf, aber nicht weg, nur ein paar Zentimeter weiter. Schließlich tut er mir den Gefallen und bleibt auf dem Boden sitzen! Voooorsichtig richte ich Kamera und Stativ in Zeitlupe aus! Immer wieder faszinierend, dieses kleine Wesen, welches man sonst nur flattern sieht, durch die Vergrößerung des Makroobjektives zu betrachten!

 

 

Weiter einen Feldweg entlang. Die Wolken zeigen einen differenzierten schönen Himmel heute. Also kurz das Objektiv gewechsel und ein paar Landschaftsfotos gemacht. Die Farben der gelben Felder, des grünen Weges mit roten Einsprengseln geben ein schönes Landschaftsmotiv!

 

 

Auch die Feldumrandung mit Mohnblumen, Kornblumen und Hundskamille ist natürlich einen Stopp wert! Ein kleines Paradies am Wegesrand!

 

 

Weiter gehts.

 

OpenStreetMaps zeigt eine etwas seltsame Wegführung in einem Bogen entlang eines Ackers. Nun ja. Mich wundert nach einiger Zeit, dass nur ein schmaler Trampelpfad, kaum zu erkennen, weiterführt. Plötzlich ein gewaltiger Schreck:

 

Unmittelbar vor mir flattert auf einmal panisch ein Rebhuhn aus dem dichten Bewuchs! Ich weiss nicht, wer sich mehr erschreckt hat - das Huhn oder ich... :D

 

Und dann, kurz vor dem Feldende an der Autobahn, ist Schluss. Brombeersträucher versperren jeden weiteren Weg. Das Brückchen, was über einen kleinen Graben führen soll, ist unter dem dichten Bewuchs nicht mal mehr zu sehen.

 

Also gut, dann halt wieder zurück des Weges. Ein wenig genervt und mit etwas besorgtem Blick Richtung Himmel (tiefblau, gewitterverkündend) laufe ich zur Wegkreuzung, die nach dem Feldweg kommt, zurück.

 

Der Weg zum NSG Auf dem Brink zieht sich. Dann endlich das Schild mit dem Greifvogel. Ein schmaler Weg führt wieder an einem Acker entlang. Sehr schmal. Das scheint mich heute zu verfolgen. Auch dieser Weg, dem ich eine Weile folge, ist schließlich fast zugewuchert. Ich habe irgendwann keine Lust mehr, mich durch Äste zu kämpfen und aus dem hohen Gras weiter Zecken mitzunehmen. Nicht gerade ein Erfolg, der Ausflug bisher, aber der Tag ist ja noch nicht zu Ende.

 

Ich beschließe, da es noch nicht spät ist, und sich die Gewitterwolken wieder verzogen haben, noch einen Abstecher zum NSG am Lanstroper See zu machen. Ein wunderbares kleines Fleckchen Erde, das direkt an der Landstraße neben der Bushaltestelle mit einer Streuobstwiese beginnt! Und diese Streuobstwiese kommt mir heute sooo recht! Ich schiebe schon einiges an Durst, meine Trinkflasche ist bereits leer. Ich hatte beschlossen, den Durst einfach zu ignorieren. Aber nun diese wunderbaren Obstbäume! Die Äpfel sind noch klein und säuerlich, aber das kommt meinem Durst ganz entgegen! Und dann noch eine handvoll leckerster reifer Kirschen hinterher! Mmmmhhh! Das gibt wieder Power für neue Fotos!

 

Ich streune eine Weile durch die Wiese, genieße die Ruhe am See und warte, dass die Sonne weiter sinkt und das Licht wärmer wird. Mich umschwirren Libellen, aber die sind noch zu aktiv, um sie vernünftig abzulichten. Das geht hier wunderbar am frühen Morgen, wie sich vor einigen Wochen gezeigt hat, als ich das Glück hatte, eine Libelle in schönem Licht zu finden und fotografieren zu können!

 

 

In der Wiese finde ich heute immerhin einen kleinen Weißling an einer Grasähre:

 

 

Da flattert plötzlich ein winziger Flieger an mir vorbei! Es dauert eine Weile, bis er sich niederläßt und still an einem Halm sitzen bleibt. Behutsam ein wenig Gras beiseitegeschoben und der Weg für's Foto ist frei! Als ich den Blick des Falters durch's Makro sehe, muss ich lachen über den Blick des Kleinen! :-D

 

 

Dann zieht ein Marienkäferchen meine Aufmerksamkeit auf sich, der an einem Halm Knaulgras herumklettert. Stativ ausgerichet, alles eingestellt, Live-View angeschaltet. Auf dieses Feature möchte ich in keinem Fall mehr verzichten! Die Möglichkeit, das Motiv zum Scharfstellen zu vergrößern und so eine exakte Schärfe zu erreichen ist Gold wert! Einziger Nachteil: Der Bildschirm frißt enorm viel Akku! Aber ich mache aus der Not inzwischen eine Tugend und versuche, bewußter zu fotografieren, mir genau zu überlegen, wie ich ein Motiv ablichten möchte, und dann erst zu fotografieren. Das Käferchen bleibt dankenswerterweise länger an seinem Platz und ich kann mir in Ruhe eine schöne Perspektive suchen.

 

 

Die Sonne sinkt tiefer. Auch die Gräser geben vor der untergehenden Sonne ein schönes Motiv!

 

 

Plötzlich tauchen am Horizont zwei Heißluftballone auf. Ein schönes Motiv vor der untergehenden Sonne! Also fix das Objektiv gewechselt und den Sonnenuntergang mitsamt Ballons auf den Sensor gebannt! Die Fotoausbeute wird doch noch besser heute, wer sagt's denn! Sie kommen näher, so nahe, dass das Fauchen des Brenners zu hören ist. Die Fahrer scheinen auf einer nahen Wiese hinter den Bäumen landen zu wollen.

 

 

Noch ein paar Fotos der untergehenden Sonne über dem See und ich mache mich zufrieden auf den Weg nach Hause. Der kleine Abstecher nach Lanstrop hat sich definitiv noch gelohnt!

 

 

Ich hoffe, Ihr seid beim nächsten Mal wieder dabei! :-)

 

Bis bald!

 

Eure Andrea